Über Seemöwen in Münster, Arschbomben in den Chiemsee, Seehunde in der Nordsee und teures Bier in Zürich

Es ist Dezember, mal wieder… Mal wieder sind die Leute in den Straßen, kurz vor Weihnachten komplett wahnsinnig, der scheiß Spekulatius stand mal wieder viel zu früh in den Regalen, mal wieder muss man die eigene Kotze zurückhalten, wenn man die fürchterlich aufgesetzten Weihnachts-Spots im TV sieht und mal wieder wollte ich schon viel früher hier was schreiben, was gerade alles los ist. Eigentlich ärgert mich das enorm, weil ich doch aus diesem Grund ne Webseite haben wollte: Einfach mal viel mehr schreiben als nur ein paar Zeilen bei Facebook oder Instagram, damit es ja auf die noch so kleine mobile Ansicht passt. Die Frage, wen das denn interessieren soll, ist durchaus berechtigt und zugleich doch ganz einfach zu beantworten: Mich! Mich interessiert es, was so los ist und mich will ich daran erinnern, dass nun seit fast drei Jahren so viel passiert, an was ich mich ganz bewusst erinnern möchte und für was ich dankbar bin! Und eben dazu gehören eine ganze Menge Menschen, denen ich soviel zu verdanken habe, dass ich den zunächst ganz persönlichen Horizont eben doch erweitern möchte!

Ich habe dieses Jahr etwas durchgezogen, was ich mir wünschte, seit ich mit der Musik angefangen habe: Ich habe mein eigenes Album produziert. Tage und Nächte sind dafür drauf gegangen, dass ich Mitte Mai in der Lage war, eine von mir produzierte Viny und CD in den Händen halten zu können. Mir fällt gerade kein passender Vergleich ein aber das Gefühl, Musik mit den Instrumenten und mit den Sounds zu schreiben, die man selbst am meisten mag, ist unfassbar gut. Umso dankbarer war ich dafür, dass diverse Magazine ebenfalls von dem abgelieferten Material überzeugt waren. Ich kann tatsächlich behaupten, dass in meinem Leben noch nie so viel Energie in eine Sache geflossen ist wie in „Hospital Breakfast Conversations“.

Nur zwei Monate ging es dann für neun Tage gemeinsam mit Olli Okay auf Tour. Natürlich gibt es Musiker, die weitaus länger und mehr auf Tour sind; trotzdem hatte ich davor irgendwie größten Respekt. Mit über 60 Shows und einigen Weekendern auf dem Buckel, war es dann trotzdem ein komisches Gefühl einige Zeit unterwegs zu sein. Ich mache Musik und spiele live seit ich 17 bin aber diese Erfahrung sollte dann doch etwas komplett Neues sein. Es würde den Rahmen sprengen, hier ein komplettes Tour-Tagebuch niederzuschreiben. Aber kurz zusammengefasst ist es rückblickend ein schönes Gefühl, wenn man innerhalb kürzester Zeit Möwen in Münster füttert, in einem gut gefüllten Bielfelder Garten Musik macht, Arschbomben in den Chiemsee macht und 7€ für EIN Bier in Zürich zahlt. Da hängen eine Menge grandioser Erinnerungen dran, die ich nicht vergessen werde.

Auch auf einigen Festivals durfte ich dieses Jahr wieder spielen. So waren das Hardcore Help Foundation Festival oder das Akustik Open bei bestem Wetter absolute Knaller. Zum Abschluss der Open Air Saison ging es dann Ende August in den hohen Norden. Das Handwritten Mag hat zum zweiten Melancholie Maritim Festival in Cuxhaven geladen. Und als ob ich nicht eh schon gerne an der Nordsee wäre, ging es mit einem Schiff und etwa Hundert Zuschauern raus aufs offene Meer. Wenn man während seiner Songs Seehunden beim Sonnenbaden auf Sandbänken zuschaut, dann geht einem doch so einiges durch den Kopf. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit Jawknee Music, bei dem wir mit Bier auf die See starrten und meinten, dass es auch ein guter Anfang für einen Witz sein könnte, wenn ein Trierer und ein Saarbrücker zu nem Festival aufs offene Meer raus fahren. 

Mein ganz persönliches Highlight in diesem Jahr war es jedoch meine Frau Anne zu heiraten. Man kann es sich in etwa vorstellen, was es bedeutet, wenn in einer Beziehung (jetzt Ehe) der eine Part einem Hobby nachgeht, das ihn etliche Tage und Kilometer durch die Gegend jagt während der andere Part alleine zuhause bleibt… und das an Wochenenden und in Urlauben. Ich bin unendlich dankbar für deinen Rückenwind und enorm glücklich und stolz, Dich meine Frau nennen zu dürfen!

Mein tiefster Dank geht an:
Anne, Midsummer Records. meinen Bruder Tim, Dirk Forster, Stefan Schaus, Tobias Rau, Olli Okay, Bronko, Marco Korz, Die Schande Von…, Away From Life Zine, Handwritten Mag, Stay Close To Your Soul Blog, New-Core Magazine, Fleet Union, Hardcore Help Foundation, Last Exit Music, Der Energieberater, Robert Helbig, Markus Paul Kreutzer, Popp Concerts, Alternative Entertainment, Grand Hotel Van Cleef Booking, Noch Jemand Wein?, Saarevent GmbH, Melancholie Maritim Fotografie und alle Menschen, die mir eine Bühne, einen Platz zum Schlafen, Essen und Bier angeboten haben!