Hooray, hooray, hooray…Waving In The Marching Band

Als fünften und letzten Song meiner kommenden EP „Human Circus“, könnt ihr euch jetzt „Waving In The Marching Band“ kostenlos hier anhören. Dennoch ist der Hintergrund lange nicht so erfreulich, wie man zunächst vermuten mag.

Es gibt solche Momente im Leben, die nur wenige Sekunden dauern und dich letzten Endes ein Leben lang begleiten. Ich erinnere mich an eine Beerdigung, bei welcher ein sehr guter Freund unserer Familie seine Frau viel zu früh zu Grabe tragen musste. Ich war noch relativ jung und es war einer der ersten Beerdigungen, denen ich beiwohnen musste. Eigentlich war es ein enorm sonniger und warmer Tag, als all die Menschen in schwarz und mit ernster Miene zusammenkamen, die ich eigentlich als witzige Gesellschaft bei Geburtstagen oder sonstigen Feiern in Erinnerung hatte. Am Grab selbst, als der Sarg in religiöser Manier in das ausgehobene Loch herunter gelassen wurde, riss der Witwer mit einem Schlag die Augen groß auf, als er einen seiner Freunde erblickte, der extra aus Bayern angereist war. Vielleicht war es Schock oder es lag an diversen Medikamenten, aber in diesem Moment siegte die Freude über Freundschaft und Anteilnahme über diesen dunklen Moment der Trauer.

Nicht weniger überraschend war die Situation bei einem Jahresabschlusskonzert eines Chores vor drei oder vier Jahren: Ein guter Bekannter leitet einen Chor, der diverse Pop- und Gospel-Songs neu arrangiert. Da ich es vorher nie hinbekommen habe, besuchte ich also das oben besagte Konzert, das in einer kleinen Kapelle stattfand. Zwar schien den Leuten die Musik gut zu gefallen, dennoch war nicht mehr als ein verhaltenes Mitklatschen seitens des Publikums machbar. Nach etwa des ersten Viertels des Konzertes betraten eine Mutter und ihre Tochter die Kapelle. Was die übrigen Zuschauer anscheinend völlig aus der Bahn schmiss, war die Tatsache, dass die Tochter wohl körperlich und geistig behindert war und in einem Rollstuhl saß. Jedenfalls führte dieser Umstand dazu, dass Menschen sich umdrehten und das Mädchen intensiv anstarrten. Einer der nächsten Songs war „Oh Happy Day“. Diesen nahm die Mutter des Kindes zum Anlass, um auf die Sitzbank aufzuspringen und mit einer unfassbar glücklichen Art und Weise mitzusingen und zu klatschen. Ich werde diese wirklich blöden Gesichter der restlichen Zuschauer nie vergessen!

Vor allem wird der Song aber durch Peter der Band TREES zu etwas ganz besonderem. Peter hat mir den Gefallen getan und die komplette, zweite Strophe des Songs eingesungen. Eigentlich kennen wir uns schon eine ganze Zeit lang und musikalisch kommen wir aus der selben „Schule“. Wie das aber im Leben leider oft so ist, hat man sich irgendwann mehr oder weniger aus den Augen verloren. Dass Peter nun nach all den Jahren immer noch spontan dazu bereit war, mich hier zu unterstützen, bedeutet mir eine ganze Menge und freut mich von ganzem Herzen! Er ist aus meiner Sicht ein großartiger Musiker und eine absolute Bereicherung für die gesamte Musikszene!

Hört euch den Song hier an.